Hydroxychloroquin und chloroquin tabletten

Diese Therapie ist allerdings nicht allgemein etabliert. Ein weiteres Einsatzgebiet von Malariamitteln sind andere Arthritiden entzündliche Gelenkerkrankungen und Autoimmunerkrankungen. Häufig gehen Autoimmunthyreopathien wie die Hashimoto-Thyreoiditis auch mit einer ausgeprägten Allgemeinsymptomatik wie allgemeinem Unwohlsein, Krankheitsgefühl, fast grippeartigen Symptomen und teilweise auch schneller Ermüdung bis hin zu einer ganz ausgeprägten Erschöpfung einher.

Bei vielen Patienten wirkt sich eine Therapie mit Malariamitteln auch auf diese Symptome sehr günstig aus. Eine ebenfalls allgemein nicht etablierte Verwendung ist der Einsatz von Malariamitteln zur Immunmodulation im Zusammenhang mit chronischen Infektionen, speziell mit sogenannten lymphotropen Viren, d. Resochin häufig sehr gut ansprechen.

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In Einzelfällen werden Malariamittel weiterhin in Kombination mit unterschiedlichen Antibiotika auch bei Fällen von chronischer Lyme-Borreliose eingesetzt, bei denen die traditionellen antibiotischen Therapieschemata nicht zu einem ausreichenden Behandlungserfolg geführt haben. In der Kinderrheumatologie gehören die Malariamittel zu den langwirksamen antirheumatischen Substanzen, die bei der Behandlung der juvenilen chronischen Arthritis JCA zur Anwendung kommen.

Beide Präparate haben keine sehr starke Wirkung. Deshalb sind sie als alleinige Therapie auch nicht bei der Behandlung von schwereren Erkrankungen sinnvoll oder bei Erkrankungen, bei denen von Anfang an mit einer eher ungünstigen Prognose zu rechnen ist z. Einen speziellen Stellenwert haben die Malariamittel als Kombinationspartner von anderen langwirksamen Antirheumatika, vor allem von Methotrexat Mtx, z.

In vielen Fällen kommt es darunter zu der gewünschten vollständigen Remission. Allerdings sprechen die Ergebnisse von klinischen Studien dafür, bei einem unzureichenden Ansprechen von Methotrexat besser auf eine Dreierkombination aus Methotrexat z. Lantarel , Sulfasalazin z. Sulfasalazin medac plus Chloroquin z.

Resochin oder Hydroxychloroquin z. Quensyl überzugehen. Diese Kombination ist in ihrer Wirksamkeit durch klinische Studien sehr gut belegt. Interessanterweise ist dabei die Verträglichkeit trotz der vielen einzunehmenden Medikamente sehr gut und nicht schlechter als diejenige einer alleinigen Therapie mit Methotrexat.

Die Malariamittel können auch mit anderen langwirksamen Antirheumatika kombiniert werden, so sind Versuche u. Imurek oder Ciclosporin Sandimmun gemacht worden. Die entsprechenden Studienergebnisse sind aber uneinheitlich und insgesamt nicht so überzeugend wie die Ergebnisse für die oben genannte Dreierkombination. Die Dosis ist dabei oft höher. Die Malariamittel sind dabei in der Regel sehr gut wirksam. Malariamittel gehören in die Gruppe der langwirksamen Antirheumatika und wirken damit nicht sofort.

Umgekehrt hält ihre Wirkung auch an, wenn man die Therapie beendet. Ein Effekt ist in der Regel frühestens nach 6 Wochen zu erwarten; oft sogar noch später. Wenn allerdings nach 3 Monaten Therapie noch keine Wirkung zu beobachten ist, sollte die Behandlung wegen Unwirksamkeit abgebrochen werden. Andererseits kann sich die Wirkung vom 3.

Monat noch steigern, d. Die Verträglichkeit von beiden Substanzen ist normalerweise gut. Schwere Unverträglichkeitsreaktionen oder auch gefährliche Nebenwirkungen sind sehr selten. Einige Patienten werden nach der Einnahme müde und u. Bei manchen Patienten führen die Malariamittel zu dem umgekehrten Effekt, bis hin zu einer deutlichen Verringerung des Schlafbedürfnisses ohne dass man sich am nächsten Morgen unausgeschlafen fühlt oder sogar zu regelrechter Schlaflosigkeit.

In diesem Fall sollte die Medikation morgens eingenommen werden. Manchmal ist diese Nebenwirkung so ausgeprägt, dass die Dosis halbiert werden muss oder die Behandlung deswegen sogar beendet werden muss. Weitere, gelegentlich auftretende Nebenwirkungen umfassen andere zentralnervöse Symptome wie eine innere Unruhe oder auch Denkstörungen und Konzentrationsstörungen bis hin zu Verwirrtheitszuständen alles sehr selten.

Manchmal kommt es zu Kopfschmerzen. Etwas häufiger sind Beschwerden im Bereich des Magen- und Darmtraktes. Bei empfindlichen Patienten kommt es aber zu einem Schweregefühl im Bauch, so als ob Pflastersteine darin lägen; z. Häufiger sind Blähungen. Seltener ist eine Appetitlosigkeit, noch seltener eine regelrechte Übelkeit. Selten sind auch Brechreiz oder gar Erbrechen. Ebenfalls selten treten Durchfälle auf. Etwas häufiger berichten Patienten unter einer Behandlung mit Malariamitteln, dass sie ungewollt Gewicht abnehmen.

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Meistens wird dies jedoch nicht als unerwünschte Nebenwirkung betrachtet, sondern sogar eher als unbeabsichtiger, aber durchaus positiver Nebeneffekt der Therapie aufgefasst. Manchmal kommt es zu Kreislaufreaktionen, die aber üblicherweise harmlos sind z. In der Anfangsphase der Behandlung kann es zu sogenannten Akkomodationsstörungen kommen, d.

Auch berichten einige Patienten in den ersten Tagen oder in den ersten Wochen über Doppelbilder oder auch in der Dämmerung über Höfe um Lichter. Diese Erscheinungen sollten nach Wochen verschwunden sein. Wenn sie über diesen Zeitraum hin anhalten, führt dies in der Regel dazu, dass die Behandlung beendet und eine andere langwirksame Substanz eingesetzt werden muss. Malariamittel können bei empfindlichen Patienten z. Bei Patienten, bei denen sich eine intensive Sonnenexposition nicht vermeiden lässt, z.

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Da die Malariamittel eine Langzeitwirkung haben, lässt sich dies in der Regel vertreten. Nach dem Urlaub wird die Therapie dann wieder unverändert fortgesetzt. Eine seltene, aber wichtige mögliche Nebenwirkung der Malariamittel ist eine Ablagerung in der Hornhaut der Augen und eine Schädigung der Netzhaut.

Das entsprechende Risiko hängt in erster Linie von der Menge der verabreichten Substanz ab, d. Da es allerdings Patienten gibt, die Resochin oder Quensyl über viele Jahre hin völlig ohne Probleme und ohne das Auftreten dieser Nebenwirkung einnehmen, müssen noch andere, sogenannnte individuelle Faktoren hinzukommen, z.

Die Ablagerungen in der Hornhaut bilden sich nach Absetzen des Präparats wieder vollständig zurück und hinterlassen keine andauernden Schäden. In der Regel tritt die ernstzunehmende Retinopathie erst im längeren Verlauf der Behandlung auf, praktisch nie innerhalb der ersten Wochen. Zugleich ist sie auch im weiteren Verlauf extrem selten.

Eine auf dem amerikanischen Rheumatologenkongress ACR in Washington vorgestellte sehr umfangreiche Studie beziffert das entsprechende Risiko auf Die bei der Retinopathie aufgetretenen Schäden können auch nach Absetzen der Therapie bestehen bleiben, vor allem, wenn die Therapie nicht rechtzeitig abgebrochen wird man nennt das irreversible Schäden. Ansonsten kann sie in frühen Fällen nur durch eine augenärztliche Untersuchung festgestellt werden. Um das Risiko von irreversiblen Schäden von Malariamitteln am Auge so weit wie möglich zu minimieren, werden in Deutschland bei einer Therapie von entzündlich-rheumatischen oder immunologischen Systemerkrankungen mit Malariamitteln augenärztliche Kontrollen im Abstand von anfangs 3 Monaten empfohlen.

Damit man den Ausgangsbefund vor Aufnahme der Therapie kennt, ist eine augenärztliche Untersuchung vor Beginn der Behandlung sinnvoll. Im Beipackzettel und den übrigen Arzneimittelinformationen sind wie üblich eine Reihe von seltenen Nebenwirkungen aufgelistet, die aber in der täglichen Praxis keine Rolle spielen. Um eine Abschätzung ihrer Bedeutung zu geben, sollen sie kurz kommentiert werden.

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Selten traten Verminderungen bei der Zahl der Blutplättchen auf Thrombopenie , die sich nach Absetzen des Medikaments rasch wieder normalisierten. Einmal kam es zu einem epileptischen Anfall bei einem Patienten, der zuvor noch nie mit Epilepsie zu tun hatte. Allerdings gab es weitere Begleitumstände, die so einen Anfall auslösen können erheblicher Alkoholkonsum, wenig Nachtschlaf und Stress.

Dies habe ich selber glücklicherweise bei meinen Patienten noch nie beobachtet. Am Skelettmuskel soll es zu einer Verminderung der Kontraktilität sowie einer Abnahme der Muskelmasse Atrophie kommen können; diese bildet sich nach Absetzen wieder zurück. Es sollte deshalb ein Abstand von etwa 4 Stunden zwischen der Einnahme von Antacida und von Resochin bzw. Quensyl eingehalten werden. Malariamittel führen nur in extrem seltenen Fällen zu Veränderungen des Blutbildes, der Leberwerte oder der Nierenwerte.

Zur Therapiesicherheit sind aber ebenso wie bei den anderen langwirksamen Antirheumatika auch unter einer Behandlung mit Chloroquin z. Die Kontrollintervalle hängen in erster Linie von der Therapiedauer ab, weiterhin von den Ausgangsbefunden, der Krankheitsaktivität und der Krankheitsschwere, dem Alter sowie möglichen Begleiterkrankungen neben der rheumatischen Grunderkrankung. Im Nabelschnurblut exponierter Kinder fanden sich fast so hohe Wirkstoffkonzentrationen wie im mütterlichen Blut.

Erfahrungsumfang : HOCH. Hydroxychloroquin ist ein in der Schwangerschaft gut erprobtes Arzneimittel. Studien, die das Fehlbildungsrisiko bei Kindern von Frauen mit rheumatischen Erkrankungen untersuchten, umfassen mehr als exponierte Schwangerschaften. Sie ermittelten kein erhöhtes Risiko. Bei etwa Kindern wurden augenärztliche Untersuchungen zu verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt. Die meisten wurden bis zum Alter von 1 Jahr untersucht, wenige auch darüber hinaus. Abgesehen von 6 Kindern, die fraglich pathologische Befunde aufwiesen, fielen alle Untersuchungen normal aus.

Hintergrund sind drei Geschwister aus den 60er Jahren, die unter anderem auffällige Retinabefunde aufwiesen, nachdem ihre Mutter hohe Dosen von Chloroquin in der Schwangerschaft eingenommen hatte.

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Bisher wurden keine fetotoxischen Risiken beschrieben. Ein positiver Einfluss scheint auf die Reduktion des Spontanabortrisikos und der Präeklampsierate vorzuliegen. Hingegen sind eine positive Beeinflussung der Frühgeborenenrate bzw. Eine antirheumatische Therapie mit Hydroxychloroquin kann in der Schwangerschaft fortgeführt oder begonnen werden.

Exzessive Dosierungen sollten möglichst vermieden werden.